13.04.2018 – Der feierliche Auftakt von kunst&gesund am gestrigen Abend in Bad Kissingen lockte trotz schönen Wetters 300 Gäste in den prachtvollen Regentenbau. Mit der Uraufführung des Stücks „Wasser. Das sensible Chaos“ wurde das Thema des Festivals tosend rauschend aber auch leise tropfend eingeleitet.

 

Minako Seki © Siegfried Dengler

 

Kay Blankenburg, Oberbürgermeister von Bad Kissingen, und Kulturreferent Peter Weidisch zeigen sich begeistert von der Veranstaltung, ist doch die Kurstadt mit den beiden tragenden Säulen Gesundheit und Kunst geradezu prädestiniert für die Eröffnung des bayernweiten Festivals kunst&gesund. Doch auch andere Städte sollten sich dem Thema annehmen, denn „Kunst bringt erheblichen gesellschaftlichen Mehrwert und wirkt Stress entgegen“, so der Coburger Oberbürgermeister und Vorsitzender von STADTKULTUR Norbert Tessmer. Nicht nur die Definition von Kunst müsse hinterfragt werden, gab Dr. Joachim Galuska, Vorsitzender der Geschäftsführung der Heiligenfeld-Kliniken, in seiner Key-Note zu bedenken. Auch ein moderner Gesundheitsbegriff der Gesundheitskompetenz und Resilienz, für den die kulturellen Faktoren entscheidend sind, ist notwendig für eine „Gesundheitskultur“.

 

Anna-Katariina Hollmerus © Siegfried Dengler

 

Was leisten die Künste für unsere Gesundheit?

 

Dr. Christine Fuchs, Leiterin von STADTKULTUR, stellte drei Aspekte der Wechselwirkung zwischen Kunst und Gesundheit heraus. Erstens bearbeiten Künstlerinnen und Künstler in ihren Werken Krankheiten, Verletzungen, gesellschaftliche Traumata, Umweltzerstörung, Krieg und Leiden. In diesen Bearbeitungen liegen Heilungsimpulse. Zweitens haben die künstlerischen Disziplinen an sich gesundheitsfördernde Wirkungen auf den Körper sowie auf das Gehirn und drittens beschäftigen sich die Künste mit der Frage nach den Gesundheitsvorstellungen unserer Zeit.

 

Willem Schulz © Siegfried Dengler

 

Die Auftragsarbeit „Wasser. Das sensible Chaos“, die passend zu kunst&gesund und gezielt für Bad Kissingen entwickelt wurde, führte das an der künstlerischen Erforschung des Themas Wasser vor. Die Butoh-Tänzerin Minako Seki und der Komponist und Cellist Willem Schulz machten mit ihrem Ensemble die vielfältigen Erscheinungsformen des Wassers erlebbar: das Tropfen, Fließen, Strömen, Wirbeln. Gleichzeitig setzte sich in der Performance jedoch auch mit der Gewalt des Wassers sowie seiner Verschmutzung und Zerstörung auseinander. Es wurde offensichtlich: Nur eine Beschäftigung mit allen Komponenten kann eine gesundende Wirkung sowohl auf das Wasser selbst als auch auf den Menschen ausüben.

 

Nils Willers © Siegfried Dengler

 

Oberbürgermeister: Kay Blankenburg und Norbert Tessmer © Siegfried Dengler

 

Peter Weidisch M.A., Kulturreferent Bad Kissingen, und Dr. Christine Fuchs, Leiterin STADTKULTUR © Siegfried Dengler

 

Dr. Joachim Galuska (Vorsitzender der Geschäftsführung der Heiligenfeld-Kliniken), Uta Galuska, Minako Seki, Willem Schulz © Siegfried Dengler

 

Beitrag in der BR-Rundschau vom 13.04.2018

Artikel in der Main-Post vom 13.04.2018

 

Mehr Infos zu dem Stück „Wasser. Das sensible Chaos“ und den Künstler*innen.